"How to" Halse fahren

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- Jaydee -
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"How to" Halse fahren

Beitrag von - Jaydee - » Mi 20. Okt 2010, 12:49

Jobe

Hallo ALGler,

Hier ist mal eine kleine Anleitung die das Halse fahren erklärt,

Ihr fahrt ganz normal

lenkt den Kite nach hinten, fast wie beim Sprung, und sobald der kite Druck ausübt fahrt ihr dem kite einfach hinter, ähnlich wie beim Snowboarden oder Skateboarden lehnt ihr euch nach vorne und fahrt dadurch mehr oder weniger Automatisch dir Halse.

Was ihr nicht vergessen dürft ist das ihr ca. in der Mitte der Kurve die beinstellung verändert (das vorher gestreckte Bein knicken und anders rum).


Fireblade
Achja...und entweder Vorher in den Switch wechseln oder nachher aus dem Switch raus wechseln!

Hoffe das hilft euch ein wenig...

MfG Andi

Jaydee

Das hört sich für mich nach der sog. Trambahnwende an. Halse ist doch eher dem Kite in einem Bogen into switch bzw. aus switch folgen oder?

Jobe
Bei den Trambahnwende bleibst du ja sogesehn stehen und fährst dann in die andere richtung wieder los...bei der Halse fährst du ja einen Bogen.

Kann aber auch sein das ich mich da im Namen vertuhe :S falls ja dann bitte sagen

Das ist die Halse (hab leider nur ein Windsurf video gefunden aber aussehn tuts ja mehr oder weniger gleich...nur um die Halse zu verdeutlichen!!!)


Halse: http://www.youtube.com/watch?v=iUPicmlZHLk

ChrisRock

Entweder Textilhalse, Trambahnhalse, Halse into Switch oder Halse aus Switch...


Textilhalse - Futt ins Wasser und wieder starten
Trambahnhalse - kurz stehen bleiben und in die Gegenrichtung zurückfahren (vereinfacht ausgedrückt)
Halse into Switch - Kite in die Gegenrichtung lenken und dem Zug hinterherfahren, wechsel von Fersenkante zu Zehenkante
Halse aus Switch - das ganze andersrum

...welche darfs denn sein?

Jaydee

Halse hat doch der Daniel vorletzte WE bis zum Erbrechen geübt und Fireblade hatte dazu sehr analytische Anmerkungen. Vieleicht schreibt ja einer von beiden mal ein ausführliches "How-to"? *wink-mit-dem-Zaunpfahl*

Idomin

wer kann mir die Trambahnhalse erklären?

Nanny Ogg

Aaalso, du luvst an (hinteres Bein ins Brett treten und ruhig den Kopf nach Luv drehen) und lenkst kurz den Kite in den Zenit. Dabei powerst Du an und nimmst das Gewicht vom bisher hinteren Bein, so dass das Gewicht auf beide Beine verteilt ist. Dann lenkst Du den Kite runter in die neue Fahrtrichtung und belastest das neue hintere Bein wieder zum Weiterfahren. Achte darauf, daß Du die ersten Meter beim Weiterfahren auf Raumwindkurs (also nach Lee) fährst, sonst säufst Du ab

Gern genommene Fehlerquellen sind hier: nicht genug angeluvt, Kite zu schnell gelenkt, Kite zu langsam gelenkt oder auch der berühmte "Kackstuhl". Der kann nämlich auch ein Grund für's absaufen sein.

Ich hoffe, das hilft Dir weiter.

LG

Jutta
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Re: "How to" Halse fahren

Beitrag von - Jaydee - » Mi 20. Okt 2010, 12:50

Fireblade
Sorry Jedi,
den wink nicht gelesen habe... ich mich jetzt aber kümmern darum das nachholen zu tun
in Geduld du dich nur wenig noch üben musst

Meister Yoda

Jaydee

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Re: "How to" Halse fahren

Beitrag von - Jaydee - » Mi 20. Okt 2010, 12:55

Fireblade

UND HIIIIIIIIEEEER IST EEER.... DER UNVERGLEICHLICHE UNÜBERTROFENE LEITFADEN ZUR WENDE

ich hoffe mal, dass was lange währt endlich gut wird.
Ich versuche hier mal einen anderen Zugang zu Manövern zu zeigen und zu vermitteln, als dies von den meisten Anderen getan wird.
Normalerweise lernt man beim Kiten oft durch Abschauen, Ausprobieren und Tipps wie man es besser machen soll.
Dass wird hier nicht anders sein, aber ich probiere für mich Manöver und Aktionen immer vorher detailliert zu zerlegen, um mir so die herschenden Kräfte vorstellen zu können.
So Sachen wie Gewichtsverteilungen kann man auf Fotografien echt schlecht erkennen und meist sieht man in diesen Bildern aus einer verwirrenden Perspektive auf die kitende Person oder man kann den Kite nicht sehen oder oder.... deswegen will ich es in Form einer Zeichnung probieren zu erklären.

Man sieht oben immer das Windfenster mit dem Rand, softzone und Powerzone, darunter wie grade der Kite gelenkt wird, also die bar, und ganz unten die brettstellung und den körperschwerpunkt. Der Wind kommt immer von "unten".

Hier erstmal das manöver in seiner Gesamtansicht: (unten ist anstatt der Boardstellung der Gesamtfahrweg in der Aufsicht dargestellt)


wobei zu beachten ist, dass man diese Zeichnungen nicht zu fix nehmen sollte... jenachdem wie stark der Kite angeblasen ist und welchen kurs man fährt, wird der Kite stärker oder schwächer durch die powerzone geflogen oder man braucht garnicht abfallen und kann direkt in die andere Richtung höhelaufend davon fahren.

Jetzt folgen die einzelnen Teilabschnitte, die in dem Fahrweg eingezeichnet sind:
1.
thumb_001_kitekurs_wende_ges.jpg
thumb_001_kitekurs_wende_ges.jpg (20.52 KiB) 9432 mal betrachtet
Du beginnt auf Halbwindkurs in ganz normaler Fahrposition, der Kite ist in der Softzone gestellt, die Bar ist nicht eingeschlagen und am Druckpunkt, dein Körper gegen den Zug des Kites nach hinten gelehnt und die Hauptbelastung des Boards erfolgt über den hinteren Fuß.

2.
thumb_002_kitekurs_wende_pos1.jpg
thumb_002_kitekurs_wende_pos1.jpg (19.1 KiB) 9432 mal betrachtet
Als nächstes bremst du, dazu den Kite mit Gefühl depowern und das Gewicht wird noch weiter nach hinten in Richtung Heck und vom Board weg verlagern, das Board luvt an und der Kite wandert auf seiner Position (bezogen auf die "Uhrzeit") in Richtung Windfensterrand.
hier wird oft der Fehler gemacht, dass man, ohne Richtig abzubremsen, den Kite schon anfängt in die andere Richtung zu lenken, oder auch nur nach oben. Daraus resultiert entweder (andere Richtung) ein zu großer Kitezug, sodass man entweder mit dem Board 90° zur Fahrtrichtung nach Lee schlittert oder nach vorne über das Board gezogen wird. Oder, wenn man den Kite nur nach Oben lenkt, sehr lange zum bremsen braucht, weil man die Kante nicht mehr halten kann, da einen der Kite nach oben zieht

3.
thumb_003_kitekurs_wende_pos2.jpg
thumb_003_kitekurs_wende_pos2.jpg (18.64 KiB) 9432 mal betrachtet
Der Kite ist nun am Windfensterrand und du steht schon fast. Dass Board ist schon richtig für das Anfahren in die andere Richtung ausgerichtet.
---- Unterbrechen wir hier kurz und gucken uns die Position mal genau an.----
Es ist Fast die Identische Lage wie kurz vor dem Wasserstart, wenn man den Kite zurücklenkt, dadurch das Board auch auf Raumwindkurs ausrichtet, um dann den Kite kräftig Runterzusteuern.
Und GENAU DAS ist es auch was hier geschieht... man kann an dieser stelle wirklich einfach aufhören was zu machen und sich nach hinten ins Wasser sacken lassen und dann geordnet in die andere Richtung wieder starten
---- aber wieder weiter mit der Halse ----
Beim Abbremsen bzw. Kante setzen vergrößert sich der Zug erstmal, da der Kite mit größerer Geschwindigkeit als vorher fliegt um zu Windfensterrand zu gelangen. Der Moment wo der Zug anfängt abzunehmen ist genau jetzt. Du nimmst das als Signal jetzt die eigendliche Wende einzuleiten und lässt den Kite anfangs recht langsam drehen, sodass er beim drehen am Windfensterrand noch ein bisschen hoch wandert, so auf 1Uhr. Gleichzeitig fängst du an dein Gewicht auf den anderen Fuß zu verlagern, aber immer noch recht weit nach hinten gelehnt, sodass dein Gewicht hauptsächlich am Kite hängt.

4.
thumb_004_kitekurs_wende_pos3.jpg
thumb_004_kitekurs_wende_pos3.jpg (18.95 KiB) 9432 mal betrachtet
Jetzt ist der Moment des Absoluten Stillstands gekommen. Du lenkst den Kite stark ein, genau wie beim Wasserstart, powerst an und jagst den Kite so richtung Powerzone. Dein Gewicht hast du jetzt auf den neuen hinteren Fuß verlagert, lehnst aber immer noch leicht zurück um das Board, das nun quarsi garkeinen Auftrieb mehr leistet nicht zu stark zu belasten. Wenn der Zug vom Kite ein bissel auf sich warten lässt, gehst du mit dem gewicht in Luv deines Boards in die Knie und lässt deinen Hintern im Zweifelsfall ins Wasser sinken... sobald der Zug vom Kite kommt schiebst du das Brett vor dir her und Richtest dich langsam wieder auf (auch genau wie beim Wasserstart)
Hier stehen viele zusehr auf dem Board und saufen dann beim Anfahren ab (dies sei z.B. Steffi als Tipp ans Herz gelegt ). Ursache für das Absaufen kann allerdings auch ein zu zaghaftes einlenken des Kites sein, sodass überhaupt kein Ruck kommt, der einen in die andere Richtung befördert... also daran denken den Kite energisch und gepowered aber mit Gefühl zu fliegen... wer hier zu rabiat zu Werke geht fliegt auch nach vorne über das board davon

5.+6.
thumb_005_kitekurs_wende_pos4.jpg
thumb_005_kitekurs_wende_pos4.jpg (19.27 KiB) 9432 mal betrachtet
thumb_007_kitekurs_wende_pos6.jpg
thumb_007_kitekurs_wende_pos6.jpg (23.67 KiB) 9432 mal betrachtet
du fährst nun langsam auf Raumwindkurs an um weiter zu beschleunigen bringst du gefühlvoll das Gewicht ein bisschen mehr in Richtung vorderer Fuß, dass verhindert ein zustarkes anluven und ermöglicht dir den Kite länger in die Powerzone stürzen zu lassen und damit weiter zu beschleunigen.
Sobald du eine sichere Gleitgeschwindigkeit erreicht hast lenkst du den Kite wieder in die Horizontale, findest den Druckpunkt und lehnst dich wieder ein wenig zurück um auf Halbwind- oder Amwindkurs anzuluven
hier stehen einige Leute gerne einfach weiter auf dem hinteren Fuß und kommen somit auch schön wieder auf den gewünschten Kurs, allerdings ohne Geschwindigkeit. Vergleicht die Haltung aus Punkt 2 und Punkt 4 und ihr werdet sehen, dass ihr wenn ihr nach dem Anfahren weiter in dieser Haltung bleibt ebenfalls euren Kite ausbremst und zum Stillstand kommt

als Tipp fürs Üben auf dem Wasser, merkt euch nur was ich in normaler Schriftform geschrieben habe und führt euch dies vors Auge, sonst baut ihr die angesprochenen Fehler in euren geistigen Manöverablauf mit ein.
Und Probiert auf dem Wasser immer zu denken, "was hätte ich richtigerweise tun sollen" und nicht "was habe ich falsch gemacht" und Probiert es erneut... der Gedanke an Fehler ist ansich schon ein Fehler.

Viel Erfolg beim mentalen Taining und dann später auf dem Wasser

Gruß Lars
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